Abweichend von den eher trockenen Vorjahren lag die Niederschlagsmenge bis in den Monat August im Bereich des langjährigen Mittelwertes. Die unterdurchschnittlichen Regenmengen der Monate September bis November wurden durch einen überdurchschnittlich nassen Dezember ergänzt, sodass das Jahr 2021 mit gut 660 l/m² letztendlich doch noch fast ein Durchschnittsjahr war.
Abwasserableitung und -reinigung
In 2021 wurden rund 50,1 Mio. m³ Abwasser in den bremischen Kläranlagen gereinigt. Die Abwassermenge liegt über dem Mittelwert der letzten fünf Jahre und übersteigt den Vorjahreswert um knapp 1 Mio. m³.
Die wasser- und abgaberechtlichen Anforderungen wurden sicher erfüllt. Die Schmutzfrachtminderung der Kläranlage Seehausen war bei allen relevanten Parametern in 2021 überdurchschnittlich gut. Auch die Kläranlage Farge hat in 2021 eine gute Frachtminderung erreicht.
Entsorgung von Reststoffen
Von den beiden bremischen Kläranlagen wurden im Jahr 2021 rund 13.700 Mg Trockenmasse (TR) Klärschlamm einschließlich Co-Input entsorgt; davon durch Verbrennung 12.500 Mg TR und durch die Verwertung als Dünger in der Landwirtschaft 1.200 Mg TR.
Das mittelfristige Konzept zur Klärschlammentsorgung sieht in den nächsten fünf Jahren vornehmlich die thermische Verwertung vor.
Forschungs- und Entwicklungsprojekte
Die hWB unterstützte und begleitete auch 2021 eine Reihe von Forschungs- und Entwicklungsprojekten – sowohl als fördermittelberechtigter Teilnehmer als auch als assoziierter Partner.
Im Projekt „KLAS III (KLimaAnpassungsStrategie)“ wurde auf Basis des digitalen Stadtplans zur Gefahrenbeurteilung bei Starkregen der Beratungsservice vor Ort ausgebaut, unter anderem durch einen „Starkregen Gefahren Check“.
Die Ergebnisse des im Jahr 2020 beendeten Projektes PLAWES bestätigen die hohe Eliminationsleistung von Kläranlagen für Mikroplastik, lassen jedoch auch noch Fragen insbesondere bei der Einleitung von Regen- und Mischwasser offen. Diese sind durch zukünftige Untersuchungen zu klären.
Das im Januar 2019 begonnene Verbundprojekt SubKanS zur Substanzklassifizierung von Abwasserkanälen konnte erfolgreich beendet werden. Ein Folgeprojekt zur Klassifizierung von Abwasserschächten wird zurzeit beantragt.
Zudem gab es in diesem Jahr eine Förderzusage für das Projekt MED-ADSORB (Programm REACT-EU). Es geht dabei um die Elimination von Arzneimittelrückständen an der Quelle. Partner sind die Universität Bremen und das Chemisch-Technische Labor Luers.